Rückblick: Teeseminar 2015

Sumidemae (Holzkohle-Zeremonie)
Sumidemae (Holzkohle-Zeremonie)
Zen und Tee – Tee und Zen

eine wechselseitige Annäherung

 

Ein Teeweg-Seminar vom 24. – 26. Juli 2015 im Rinzai-Zen-Kloster Hokuozan Sôgenji: Ein Raum von Sonne und Wind durchflutet, auf weitflächig ausgelegten Tatami-Matten ein freistehender Fûro, von keinem Elektrokabel an die nächste Steckdose gefesselt, und doch steigt der Dampf siedenden Wassers aus dem gusseisernen Wasserkessel auf: ein kunstvoll vorbereitetes Holzkohlenfeuer wartet auf die Teegäste, denen nach einem formellen Essen im Stil der Rinzai-Klöster (als Ersatz für das obligate Kaiseki) in zeremonieller Zubereitung zunächst eine Schale Koicha (dicker Tee) sowie schaumig geschlagener Usucha (dünner Tee) geboten werden soll.

Blick in die Zendô
Blick in die Zendô

Nebenan die Zendo, die dem Widerpart des Tees zu seinem Recht verhalfen soll: Wenn überhaupt, lässt sich nur durch die Praxis des Zazen eine jeweils individuelle Antwort auf die Doppelfrage finden, um die das „Round Table“-Gespräch gekreist ist, das den Auftakt des Seminars gebildet hat: Brauchen wir Zen, um auf rechte Weise den Teeweg zu beschreiten, oder brauchen wir den Teeweg, um dem Zen zu einer besseren Umsetzung ins Alltagshandeln zu verhelfen?

 

 Zwei Tage, zwölf Teilnehmer, ein idyllisch abseits gelegenes großes Kloster ganz für uns allein – Tee, Zazen, Sutren-Rezitation, Stille und lebhaftes Gespräch – mehr gegenseitige Annäherung kann kaum sein!

Usucha-Zeremonie
Usucha-Zeremonie
Gruppenfoto am Ende des Seminars
Gruppenfoto am Ende des Seminars