Verein zur Förderung des japanischen Teeweges in der Tradition des Ueda Sôko (1563 - 1650)
... ist ein zugleich spiritueller und künstlerischer Übungsweg, auf dem sich die Praktizierenden die verschiedenen Formen der Tee-Zusammenkunft aneignen und sich dabei zu einem chajin einem "Menschen des Tees" entwickeln, der sich durch Gelassenheit und Wärme des Herzens auszeichnet und gelernt hat, die eigene Person zurückzunehmen. Der Teeweg erhebt eine alltägliche Handlung, die Bewirtung von Gästen, in den Rang einer Kunstform, bei der es letztlich darum geht, gemeinsam zu einer tiefen Ruhe des Geistes zu gelangen.
Im Teeweg verbindet sich der Geist des Zen-Buddhismus („Tee und Zen sind ein einziger Geschmack“: cha zen ichimi) mit einer von konfuzianischer Ethik geprägten Gastfreundschaft und hochentwickeltem Kunstverstand. Die Regeln des Teeweges, die zunächst nur das Verhalten in und um das Teehaus sowie die korrekte und harmonisch-fließende Durchführung der rituellen Teezubereitung und das Reglement für das Teetrinken der Gäste betreffen, sollen auf des gesamte Alltagsverhalten seiner Anhänger ausstrahlen, so dass aus dem Praktizierenden im Laufe seiner jahre- und jahrzehntelangen Übung ein „Teemensch“ (chajin) wird, der es gelernt hat, sich selbst zurückzunehmen, das Wohl der anderen zu fördern, seinen Mitmenschen mit Respekt und Achtsamkeit zu begegnen, und der sich in seiner eigenen Lebensführung der Schlichtheit und Genügsamkeit verschrieben hat.
• Harmonie (wa: 和) betrifft das Miteinander der an der Zeremonie beteiligten Menschen, die Zusammenstellung der Teegeräte sowie das Verhältnis von Mensch und Natur;
• Respekt (kei: 敬) meint die gegenseitige Achtung von Gastgeber und Gästen, sowie ei-ne für uns Europäer überraschende Wertschätzung der im Teeraum versam-melten Gegenstände: der Teeschale, des Teebehälters, der Wassergefäße u. a. m.;
• Reinheit (sei: 清) ist das zentrale Element der Zeremonie, bei dem es nicht nur um die äußere Sauberkeit des Teehauses, des Teegartens und der zu benutzenden Ge-rätschaften geht, sondern vor allem um eine innere, eine spirituelle Reinigung des Geistes;
• Stille (jaku: 寂) bedeutet das gemeinsame Erlebnis des Zur-Ruhe-Kommens, bei dem die Beteiligten nicht mehr von störenden Gedanken aus der Alltagswelt in Anspruch genommen werden, sondern sich ganz dem geruhsam fließenden Ablauf des kunstvollen Rituals überlassen.
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zuletzt geändert: 11. Januar 2012 |

"Wem nur Geld und Geltung wichtig sind, ist in diesem Hause kein willkommener Gast"
(Kalligraphie von Ueda Sôko)